Rudi Dutschke

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Rudi Dutschke (1940-1979)

deutscher Studentenführer

Überprüft

  • "Eine revolutionäre Dialektik der richtigen Übergänge muss den langen Marsch durch die Institutionen als eine praktisch-kritische Tätigkeit in allen gesellschaftlichen Bereichen begreifen." - 17./18. Februar 1968 in der Rede "Die geschichtlichen Bedingungen für den internationalen Emanzipationskampf" auf dem Internationalen Vietnamkongress, TU Westberlin

  • "Heute hält uns nicht eine abstrakte Theorie der Geschichte zusammen, sondern der existentielle Ekel vor einer Gesellschaft, die von Freiheit schwätzt und die unmittelbaren Interessen und Bedürfnisse der Individuen und der um ihre sozial-ökonomische Emanzipation kämpfenden Völker subtil und brutal unterdrückt." - Die Widersprüche des Spätkapitalismus, die antiautoritären Studenten und ihr Verhältnis zur Dritten Welt, 1968

  • "Holger, der Kampf geht weiter." - auf der Beerdigung von Holger Meins am 18. November 1974 auf dem Friedhof Hamburg-Stellingen

  • "Revolution ist nicht ein kurzer Akt, wo mal irgendwas geschieht und dann ist alles anders. Revolution ist ein langer komplizierter Prozess, wo der Mensch anders werden muss." - Podiumsdiskussion mit Rudolf Augstein und Ralf Dahrendorf

  • "Uns Sozialisten und Kommunisten, die aufrecht und nicht ökonomisch-ideologisch gekrümmt an die sozialistische Wiedervereinigung Deutschlands herangehen, muß klarwerden, daß der europäische Sozialismus/Kommunismus eine Abstraktion ist, die die konkrete nationale Besonderheit nicht berücksichtigt. Die Verquickung der Nationen im internationalen kapitalistischen Produktionsprozeß oder in den strukturell verschiedenen Systemen hat nicht die geschichtliche nationale Substanz aufgehoben. Das gilt besonders für unser Land, für die sozialistische Wiedervereinigung zwischen Rhein und Oder-Neiße. Diese Aufgabe wird immer mehr eine der Arbeiterklasse in der DDR und BRD." - Der lange Marsch, Juli 1973

  • "Was für ein gespaltenes, geschichtsloses, finanziell reiches, geistig immer ärmer werdendes Volk ist existent in diesem Staat." - in der Zeitschrift "das da" unter dem Pseudonym R. Bald

  • "Warum denken deutsche Linke nicht national? Die sozialistische Opposition in der DDR und in der Bundesrepublik müssen zusammenarbeiten. Die DDR ist zwar nicht das bessere Deutschland. Aber sie ist ein Teil Deutschlands." - Rudi Dutschke, Die Deutschen und der Sozialismus, das da/avanti, Nr.6, 1977

  • "Wenn ich diesen Satz von B. Baumann weiterdenke, kommt natürlich die Spaltung eines Landes, unseres Landes, hinzu. Diese Spaltung gerade weil die Linke in dieser Frage keine geschichtliche Kontinuität aufrechterhalten hat, führt notwendigerweise in die Zerstörung der dialektischen Spannung von sozialer und nationaler Frage. Nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv. Unter solchen Bedingungen fängt der linke Deutsche an, sich mit allem möglichen zu identifizieren, aber einen Grundzug des kommunistischen Manifestes zu ignorieren: Der Klassenkampf ist international, in seiner Form aber national. Die Bourgeoisie im Westen und die Monopolbürokratie im Osten versuchen den Arbeitern, Werktätigen, Studenten immer wieder einzureden, wo »Sozialismus« und wo »Freiheit« ist. Diese Vernebelung zu durchbrechen, zur konkreten Wahrheit vorzustoßen, ist die erste Voraussetzung, um Identität und Geschichte zurückzugewinnen." - Allgemeines Deutsches Sonntagsblatt, 5. Juni 1977

Zugeschrieben

  • "Die Revolution stirbt nicht an Bleivergiftung."
  • "Ein Revolutionär muss die Revolution machen."
  • "In der DDR ist alles real, bloß nicht der Sozialismus; in der BRD ist alles real, bloß nicht Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit."
  • "Jeder hat sein Leben ganz zu leben."
  • "Kritik bleibt unsichtbar, solange sie nicht provoziert."
  • "Ohne radikale Selbstkritik gibt es keine radikale Kritik der Verhältnisse."

Zitate mit Bezug auf Rudi Dutschke

  • "Unkorrupt bis ins Mark." - Rudolf Augstein, Nachruf auf Rudi Dutschke in "DER SPIEGEL" 53/1979
  • "Rudi Dutschke wäre der Einzige gewesen, der Ulrike Meinhof davon hätte abhalten können, in den Untergrund zu gehen." - Erich Fried, im Gespräch mit Reinhard Mohr, von diesem überliefert in: DER SPIEGEL 5/2001