Zur aktuellen Kürzung in der Bildung

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Zur aktuellen Kürzung in der Bildung

oder: "Warum wir nicht selber kürzen sollten"

In diesen Tagen ist eine Kommission des Akademischen Senats(AS) damit beschäftigt einen Vorschlag zu finden, wo man an unserer schon lange nicht mehr so schönen Uni weiter Professuren streichen kann. Dabei ist bisher allerlei absurdes bei herausgekommen und die Fachbereiche kämpfen gegeneinander und hoffen, dass bei den anderen gekürzt wird. Und das ganze wird dann vollmundig Hochschulautonomie genannt.

Hören wir auf damit. Hören wir auf uns selber zu zerfleischen, denn das ist alles was wir "autonom" machen dürfen. Darauf können wir auch verzichten. Wir haben genug eigene Probleme, dass wir uns nicht auch noch gegenseitig für Überflüssig erklären müssen. Den wer ist Schuld das gestrichen wird? Nicht die Fachbereiche und auch nicht der AS, sondern die Politiker, die einfach mal vorgeben, dass die Uni um ein Drittel kleiner werden muss. Wer weiter bestehen bleiben darf, da "dürfen" wir uns selber aussuchen. Verkürzt ausgedrückt: Es wird einfach nur noch zwei drittel vom Futter in den Raubtierkäfig geworfen und geguckt wer denn so übrig bleibt. Damit die Politiker sich feiern lassen dürfen, dass sie ein wenig sparen während sie mit der anderen Hand weiter zum Fenster raus werfen. Und wir erledigen dann auch noch brav die Drecksarbeit? Ich denke nicht.

Soll doch unser Bildungslemke selber mal den Kopf hinhalten und sagen, wen er bildungstechnisch für unerwünscht hält. Soll er entscheiden, wen er für überflüssig hält. Und lasst uns ihm dann zeigen, was wir davon halten, wenn man uns für überflüssig hält. Statt nur herzukommen, wenn es mal wieder ein Forschungsgebäude einzuweihen gibt und er nette Reden halten kann, sollte er mal herkommen und den Studierenden erklären, warum sie die letzten ihrer Art in Bremen sein sollen. Insbesondere, weil man immer mehr das Gefühl bekommt, die Wirtschaft lebt mehr von Subventionen als vom Umsatz - Und am Ende bauen sie doch eh ihre Arbeitsplätze ab.

Es wird wieder Zeit, dass gezeigt wird, wie wichtig Bildung ist und das geht nicht in kleinen Kämmerchen in denen gnädigerweise sogar eine Handvoll Studierenden teilnehmen darf.

Denn das letzte Mal als wir mitarbeiten durften und Mühevoll halbwegs akzeptable Kompromisse von der Unileitung erstritten wurden, wurden sie kurzerhand vom Senator wieder gestrichen, ohne Diskussion, "aus Zeitmangel" wie es heisst. Und der Rektor buckelt, will er doch, dass wenigstens er die Entscheidung getroffen hat. Auch wenn es eigentlich gar nicht mehr seine ist. Denn der Senator sagt ganz klar, wenn nicht alles was seiner Vorstellung entspricht, dann wird er eben selber eine "Eilentscheidung" treffen.

Wir dürfen also eh nur selber etwas entscheiden, wenn wir es nicht anders machen als der Senator es machen würde. Dann soll er es auch selber machen und sich ganz klar dazu bekennen. Und dann sollten wir ihm auch ganz klar sagen was wir davon halten. Und da er ja nur zu uns kommt, wenn es mal wieder was zu feiern gibt, sollten wir mal wieder öfter zu ihm gehen. Gemeinsam.


Lassen wir uns nicht gegeneinander auftreiben!

Machen wir nicht die Drecksarbeit für den Senator!

Soll er doch selber entscheiden an welcher Stelle er die Bildung zerstört Gemeinsam sagen wir ihm dann, dass wir uns nicht weiter kaputtsparen lassen wollen!

Keine Kompromisse mehr, je mehr wir nachgeben, desto mehr wird beim nächsten mal genommen

Je weniger wir protestieren und uns wehren ("weil es doch eh nichts bringt"), desto mehr nehmen sie sich beim nächsten mal raus, denn sie merken, dass wir uns ja eh nicht wehren.

Es tut niemandem mehr weh bei der Bildung zu kürzen, lasst uns das ändern.