ein riesiges Dorf
von JasonIch weile derzeit in München um den (genauer: zwei) Exporoboter in einer Galerie fahren zu lassen (mehr dazu später). Gestern Abend waren wir dafür mit dem Auto nach München gereist und so gegen 22:00 Uhr angekommen. Wir das sind Olaf aus Berlin/Hannover, Lars aus Hamburg, Stanislav aus München und ich (aus Bremen). Stanislav hat uns dann auch als Fremdenführer gleich ein wenig die Innenstadt gezeigt und - zumindest mir - München und die generell in Bayern vorherschende Mentalität unsympatisch gemacht, dabei habe ich gleich mit eingerechnet, dass er hoffentlich ein gutes Stück übertreibt. Die Bierhallen (Brauhäuser genannt) haben da auch nicht viel wett machen können, zum einen gab es kein Beck's (immerhin hat das Nachfragen keine körperlichen Nachteile mit sich gebracht), zum anderen konnte ich dem Ambiente mit großen Räume, die eher wie trinkhallen wirken, nicht viel abgewinnen. Die durchaus provinzial anmutende Sperrstunde (offiziell ab 23 Uhr, die Lokale die bis 1 Uhr auf haben, müssen angeblich schon mit regelmäßigerem Polizeibesuch rechner) hat dann auch dazu geführt, dass München fortan nur noch als das riesige Dorf bezeichnet wurde
Interessanter waren dann die Gespräche, die zunächst recht klischeehaft unter Technikern ausbrachen (Lars und Stanislav arbeiten an der Hardware, ich an der Software) und sich darum gedreht haben, was man denn alles tun und besorgen muss (Stanislav hat dann auf den "Computerstrich" hingewiesen, auf dem angeblich nur "Chipdealer" und Bordelle befänden). Danach war es weniger klischeehaft, dafür mehr bedenklich, als wir u.a. über die Nazizeit in München sprachen und es darum ging, wie wenig davon aufgearbeitet und von den Bayern eher unter den Teppich gekehrt würde. Auch die vorher schon angesprochene Mentalität wurde als politisch eingeschüchtert und auf "Ordnung und Sauberkeit" ausgerichtet beschrieben. Wohlfüllen würde ich mich hier nicht so wirklich, wenn ich hier leben würde.
Positiv hat sich noch der Biernachschub gezeigt, es wurde schnell und präzise geliefert (wenn immer was leer war, kam neues). Wobei das lokale Bier zwar trinkbar ist aber für mich auch zukünftig nicht besonders beachtet oder gar ein Grund hierherzufahren werden wird. Als wir um Mitternacht dann aus dem "Weißen Brauhaus" rausgeschmissen wurden, ging es noch kurz weiter in eine etwas angenehmer wirkende Kneipe, aus der wir aber keine Stunde später erneut rausgewurfen wurden (nein, es lag nicht an uns). Immerhin bin ich jedoch noch glücklich geworden, als uns Beck's angeboten wurde (Ohne vorherige Nachfrage unsererseits!).