Bericht Bahnfahrt
von JasonHeute habe ich es nun endlich geschafft und habe die ÖPNV-Verbindung zu meinem Arbeitsplatz ausprobiert. Hier folgt nun mein Erfahrungsbericht:
Zunächst einmal sind die Kosten für dieses einmalige Vergnügen unangenehm aufgefallen, ohne Dauerkarten ist Bahnfahren eigentlich unbezahlbar. EUR 13,70 habe ich heute nämlich in verschiedenen Automaten hinterlassen.
Zum Vergleich: Die Autofahrt kostet etwa EUR 8,- pro Tag und die Monatskarte kostet auf einen Arbeitstag runtergerechnet etwa EUR 4,60 bzw. EUR 5,35 (je nach Abo).
Das Haus verlassen musste ich ein kleines bisschen früher als bisher, aber das stört nicht weiter. Die 7 Minuten bis zum Bahnhof (ich muss ja aussen rum) sind dabei jedoch eher positiv (Bewegung, frische Luft!). Deutlich unangenehmer wurde es dann am Bahnsteig, denn der war gut gefüllt (Auch in Richtung Hildesheim warteten zeitgleich dutzende SchülerInnen). Und die das resultierende Vorahnung in Bezug auf den Zug selber war leider zutreffend: Sitzplätze gab es keine mehr, ich musste mit einer Treppe vorlieb nehmen.
Die üblichen Strapazen in überfüllten Zügen überspringe ich jetzt mal einfach (kennt ja leider jeder selber) und komme zur nächsten Etappe: Die Fußstrecke zwischen Hauptbahnhof und Kröpke fällt wieder in die Kategorie "Angenehm". Für den Winter und schlechte Tage bleibt auch noch eine Notlösung über eine andere "U"-Bahnlinie. Leider hatte heute der Zug jedoch 5 Min. Verspätung (Beim Metronom bisher sehr selten!) und ich musste noch Fahrkarten kaufen, weshalb ich die passende Straßenbahn verpasst habe. Aber die theoretische Möglichkeit die Strecke in der vorhandenen Zeit zu schaffen habe ich erfolgreich bestätigt gefunden.
Und damit komme ich nun zum unangenehmsten Teil der Fahrt: Straßenbahnen in Hannover sind doof! Und dabei war das schon ein Exemplar der neueren Sorte. Die Bahnen sind laut (Rumpeln und Fahrgeräusche der Motoren), die (Klapp-)Sitzreihen sind längs (also seitlich zur Fahrtrichtung) montiert und bestehen aus unbequemen Plastik und von diesem Sitzreihen gibt es auch noch tendenziell nur wenige, der meiste Platz ist für stehende Fahrgäste ausgelegt, zu denen ich heute morgen auch lange gehörte. Zudem wird man noch optisch durch eine Vielzahl von Werbefilmen auf an der Decke montierten Fernsehern gestört (Wenigstens ohne Ton!)
Insgesamt hat mich die Hinfahrt also ein wenig abgeschreckt. Ich hege aber Hoffnung, dass dies im Durchschnitt besser laufen wird.
Die Rückfahrt machte dann auch wieder etwas Hoffnung, denn nun konnte ich durchgehend in den Bahnen sitzen. Leider sind die Plastiksitze und das Rumpeln immernoch unangenehm. Den Metronom habe ich gut erreicht, weil ich wegen Fahrkartenkauf ohnehin mehr Zeit eingeplant hatte (und eine Straßenbahn eher genommen hatte). In Nordstemmen habe ich mir dann auch mein Fahrrad herbeigewünscht.
Als Ausblick bleiben noch die Möglichkeiten ab-und-zu das Fahrrad mitzunehmen und ab dem Hauptbahnhof 10km sportlich zurückzulegen sowie die Option als Monatskartenbesitzer einen Platz im Zug reservieren zu können (mal sehen wie das in einem vollen Pendlerzug funktioniert).
Am 11. June 2008 um 05:36 Uhr
Glückwunsch zum gelungenen Proof of Concept ;-)
Eine Zeitkarte mit einer Stammplatzreservierung im Metronom zu kombinieren, könnte in der Tat eine angenehme Idee sein. Ich stelle mir das jetzt mal so ähnlich vor, wie einen Metronom kurz vor Hamburg zur Hauptpendlerzeit. Kein Problem, wenn man schon in Bremen eingestiegen ist…
Am 14. June 2008 um 20:09 Uhr
Habe mir das nochmal genauer durchgelesen, da bekommt man dann eine Karte auf der drauf steht wann man diesen Sitz beanspruchen kann. Die Frage ist dann nur wie man das durchsetzt (ich steige ja ganz kurz vor Hannover in den Zug)
Am 15. June 2008 um 03:25 Uhr
Wie bei jeder Platzreservierung: Indem man jemanden, der auf diesem Platz sitzt, freundlich (und notfalls vielleicht auch etwas bestimmter) auf die Reservierung hinweist und bittet, den Platz freizugeben? Immerhin wird über den Sitzen ggf. angezeigt, für welche Strecke sie reserviert sind – insofern sollte der Anspruch auch nicht zu überraschend kommen.
Dass Du erst kurz vor Hannover einsteigst, sollte dabei kein grundsätzliches Problem sein, denn gerade für solche Fahrgäste sind die Stammplatzreservierungen am sinnvollsten. Wenn ich morgens mal im Metronom vom Bremen nach Hamburg fahre, brauche ich keine Reservierung – hier habe ich noch eine reichliche Auswahl an freien und unreservierten Plätzen. Wer aber erst in Tostedt oder Buchholz einsteigt, ist (zumindest zu bestimmten Zeiten) mit so einer Reservierung gut beraten. Wenn ich mich recht erinnere (so oft fahre ich nicht mit dem Metronom, und dann laufe ich auch meist nicht durch die entsprechenden Wagen), dann lauten tatsächlich die meisten angezeigten Reservierungen auf einen dieser beiden Einstiegsorte. Ich nehme an, auf Deiner Strecke ist es ähnlich.