Der absurde Marathon

Der olympische Marathon 1904 war etwas grotesk, definitiv absurd und irrwitzig. Vermutlich auch etwas lächerlich:

Der erste Läufer im Ziel hat einen Teil der Strecke mit dem Auto zurückgelegt (das aber liegen blieb und er doch wieder laufen musste) und wurde daher disqualifiziert. Der nächste Läufer wurde unterwegs heftig gedopt (damals nicht illegal), aber wollte sich unterwegs mehrmals schlafen legen und wäre im Ziel beinahe gestorben. Sein Dopingmittel war Rattengift in Brandy, das ihm seine Begleiter regelmäßig unterwegs verabreicht haben.

Ein weiterer Läufer starb beinahe an inneren Verletzungen durch massive Mengen aufgewirbelten Staubs durch die Autos der Schiedsrichter und Begleiter. Er wurde am Straßenrand liegend gefunden und musste behandelt werden.

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Bildquelle

Ein Postbote aus Cuba hat in letzter Minute teilgenommen, aber 40 Stunden vorher nicht gegessen und sich in einem Apfelhain unterwegs den Magen verdorben. Er wurde trotz Magenkrämpfen vierter.

Ein Läufer aus Südafrika nahm spontan teil, er war eigentlich als Teil der zeitgleich stattfindenden Weltausstellung in der Stadt. Er wurde aber von aggressiven Hunden mehr als eine Meile von der Strecke gejagt und kam deswegen schlechter als erwartet ins Ziel.

Ein Franzose kam ohne ausreichende Dokumente an und wurde aus dem französischen Team ausgeschlossen und lief stattdessen für das amerikanische Team (und wurde zweiter).

Insgesamt kamen nur 14 Läufer ins Ziel.

en.wikipedia: 1904 Summer Olympics – Men’s marathon

Gefunden bei Citation Needed, einer Spielshow von den technical difficulties.

Beitragsbild:  Thomas Hicks und Begleiter, “The Olympic Games 1904”, report by Charles J.P. Lucas, public domain

Text teilweise bereits von mir auf Facebook veröffentlicht