Revolution der Autos


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Vorbemerkung: Mit “Autos1Nach C.G.P. Grey im Video “Humans need not apply meine ich in diesem Text durchgehend selbstfahrende (“driverless”) Fahrzeuge, wenn ich derzeitige PKW (“cars”) meine, werde ich auch PKW verwenden. PKWs sind Handarbeit, keine automatisierten Maschinen.

Dieser Text soll ein Gegenpunkt zu einem Tweet sein, der kürzlich meine Timeline streifte und dem ich widersprechen will:

Dieser Tweet suggeriert, dass Autos unsere Verkehrssituation und den Flächenverbrauch für Straßen nicht verändern werden. Für eine Weile wird das auch noch stimmen: Die ersten Autos werden Luxusspielzeuge sein, wie etwa heute der Elektrosportwagen von Tesla. Ihre Benutzer werden das für den eigenen Komfort tun und an der generellen Nutzung von PKW nichts verändern.

Aber die Veränderung wird kommen, vielleicht zuerst langsam und subtil, aber dafür mit einiger Sicherheit2Pun intended.

Die ersten Auswirkungen werden sich wohl im Bereich Taxi, ÖPNV und Fernverkehr zeigen3Auch hier zu ist das Video “Humans need not apply” ein guter Einstieg. Dort werden Fahrer zunehmend ersetzt und dadurch die Preise sinken4Inkl. damit verbundener Gesellschaftlicher Probleme durch den Wegfall der Arbeitsplätze, aber das ist ein anderes Thema. Damit steigt auch der Preisdruck zwischen dem privaten PKW und der Nutzung des ÖPNV+Taxi. Nicht regelmäßig genutzte PKW werden so im Vergleich teurer. Die Grenze zwischen Taxi, Mietwagen und Car-Sharing wird verschwimmen.

Im Fernverkehr können Transport-Autos flexibler fahren, da sie keine Ruhezeiten mehr haben. Sie können so verkehrsärmere Zeiten besser nutzen und Staus meiden. Transport-Autos könnten zudem kleiner/modularer werden.

Ähnliches gilt Mittelfristig für alle Transportarten, die nicht auch gleichzeitig per Hand ausliefern. Aber selbst da könnten z.B. (Pizza-)Lieferdienste auf kleinst-Autos umstellen, die von der Form und Größe nichts mehr mit heutigen KFZ zu tun haben (und vielleicht Wimpel wie Kinderfahrräder brauchen um überhaupt gesehen zu werden).

Der Knackpunkt kommt aber mit einer Überschreitung einer kritischen Masse: Autos brauchen viel weniger Abstand, können bei hohen Geschwindigkeiten einfädeln und fahren ohne die vielen menschlichen Unsicherheiten, Fahrfehler und Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsprobleme. An Ampeln würde eine Kolonne von Autos gleichzeitig anfahren und bremsen. Das Fahrverhalten würde an vielen Stellen eher Zügen gleichen. Es wird vorhersehbar, optimiert und effizient sein.

Straßen werden heute vielfach so gebaut um menschliche Unzulänglichkeiten auszugleichen (Straßenbreite, Spurenzahl, Sichtachsen). Autos brauchen das nicht, sie werden vernetzt sein und wissen wo andere Autos sind. Auch beim Parkraum fallen mir spontan etliche radikale Veränderungsmöglichkeiten ein.

Das alles passiert nicht morgen, vielleicht dauert es noch ein Jahrzehnt. Es gibt noch offene Fragen und Raum für Forschung und auch die Sicherheitsfragen müssen angegangen werden, mehr noch die IT-Sicherheit als beim Fahrverhalten.

Aber die zugrunde liegende Technologie ist da. Und wenn sie zum Einsatz kommt, wird sich sehr viel verändern. Unser Straßenbild wird radikal und revolutionär anders.

Beitragsbild: Bosch carries out tests on German roads (Pressematerial)

Disclaimer: ich verdiene mein Geld mit Automatisierung, ich bin Informatiker 😉 Zufälligerweise automatisiere ich gerade mal wieder in der Automobilindustrie.

Fußnoten   [ + ]

1. Nach C.G.P. Grey im Video “Humans need not apply
2. Pun intended
3. Auch hier zu ist das Video “Humans need not apply” ein guter Einstieg
4. Inkl. damit verbundener Gesellschaftlicher Probleme durch den Wegfall der Arbeitsplätze, aber das ist ein anderes Thema